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Autor: Kap Horn
Verfasst am: 13.01.2010 13:33
Hej
Das erste Segelböötchen mit dem ich mal angefangen hab zu lernen war eine...ja richtig Optimisten Jolle.
Ich meine, wer wuerde sich schon freiwillig in ein "Pessimisten Jolle" setzen?
Kapop ti Hornmist
Autor: Lotti
Verfasst am: 13.01.2010 19:31
Ich denke seit ich hier im Faden las immer wieder über Optimismus nach. Denn mir fällt es schwer, auch nur kleinste optimistische Aussagen zu machen. Mein Freund meinte, dass selbst meine Definition von 'Optimismus = Hoffnung' nach Pessimismus schreit. Denn das beinhalte: die Gegenwart ist schlecht, VIELLEICHT wenigstens die Zukunft nicht.
Diese Erklärung hat mich sehr verblüfft.
Ich bin überzeugt davon, dass das Leben viel schöner ist, wenn man optimistisch ist. Einfach nur aufgrund der Einstellung.
Leicht fällt sie mir trotzdem nicht.
Ich bin absoluter Pessimist, was mein eigenes Leben betrifft. Ich versuche das zu ändern. Darum liste ich immer noch recht regelmäßig meine Tages-Erfolge auf. Aber "Klick" hat es noch nicht gemacht.
Meine negativen Erwartungen und Sorgen könnten ganze Bücher füllen. Obwohl es bisher nie(!) schlimmer oder so schlimm geworden ist, wie erwartet, hat es immer noch nicht "Klick" gemacht.
Hatte mal die Idee, alle Sorgen aufzulisten, und immer zu notieren, ob es eingetreten ist, aber dabei war ich nicht konsequent genug.
Fazit: Es kommt immer besser als ich denke
!
Uh, das klingt ja optimistisch...
Autor: Fender
Verfasst am: 13.01.2010 20:35
Hi Lotti,
vielleicht hilft Dir dieser Gedankengang ein wenig. Ist eine ganz pragmatische Sache, für Rationalisten daher tauglich:
Wenn man sich sorgt um etwas, was noch nicht geschehen ist, dann ist das vorgreifend. Vor dem Punkt, an dem es passiert. Man fühlt vor, empfindet vor.
Rein vom Prinzip der Wirtschaftlichkeit ist das absolute Verschwendung von Ressourcen. Es ist so, als würde man Geld für etwas bezahlen, was man noch gar nicht hat und dessen Erhalt noch gar nicht sicher ist. Und dann noch für etwas, was man gar nicht haben will.
Dann wird man innerlich leicht pleite, weil man vorbezahlt (es raubt Energien/Kraft). Es wird in eine Richtung etwas hineingepulvert, was...nun kommt es:
Was man, wenn es eintrifft eh bezahlen müßte erneut.
ZB: Angst. Vorgefühlte Angst mindert nicht die Angst in der jeweiligen Situation, vor der man sich fürchtet. Die Angst kommt so oder so, egal, ob man vorher versucht es vorabzuleiden oder nicht.
Über diesen Gedankengang zumindest konnte ich einiges loslassen und gelassener nehmen, es auf mich zukommen lassen.
Von Gefühlen/Sorgen usw. werde ich so oder so in der befürchteten oder negativ angenommenen Situation dann betroffen und getroffen, wenn es so eintritt. Es ist überflüssig das im Vorfeld schon zu fühlen oder zu durchleben. Das ist doppelt.
Ist meine Art damit umzugehen. Vielleicht ist ja etwas für Dich dabei. Natürlich kann man Pessimismus nicht so einfach abstellen und Optimismus an, will ich auch gar nicht, versuche die Dinge so zu lassen, wie sie sind. Die guten wie die nichtguten Dinge.
Aber so, wie ich Freude nicht auf Knopfdruck bestimmen kann... warum sollte ich mich von Sorgen bestimmen lassen, gerade dann, wenn noch gar nicht die Situation dazu sich eingestellt hat. Ich empfand das dann mit einem Male als total unsinnig, der Kopf wurde überzeugt und - als eher Kopfmensch - bekam dann auch mein Gefühl das Ok dazu loszulassen. Es reicht mir vollkommen, Ungutes zu fühlen, wenn die Situation sich einstellt, das ist schon schlimm und schwierig genug. Den Rest der Zeit versuche ich mir für anderes freizulassen und nicht mehr vorzufühlen. Bei mir - wie gesagt - linderte das Vorfühlen nämlich die dann eintretende Situation überhaupt nicht ab, aber ich dachte, ich könnte es damit justieren. Darum tat ich das, tun das manche. Lieber vom Schlechten ausgehen, damit man nicht enttäuscht wird.
Heute gehe ich meist von gar nichts aus, ich lasse es auf mich zukommen. Open End. In der Politik sagt man dazu neuerdings (bei Gesprächen): Ergebnisoffen. Gucken, was passiert. Damit gibt man die Kontrolle sehr ab, was anfangs etwas unwohl sich anfühlt. Aber mit etwas Ausprobieren und dem Wissen, daß man manches eh nicht kontrollieren kann, klappte das dann mit der Zeit.
Autor: Kap Horn
Verfasst am: 14.01.2010 08:42
Hej Lotti
Danke, Dein
" Fazit: es kommt immer besser als ich denke!
Uh das hört sich optimistisch an
"
gab mir den ersten Lacher fuer heute...aber ganz
wars vielleicht noch immer nicht, sonst hättest Du wohl
"Ah" gesagt statt "Uh"
Hej Fender
was Du geschrieben hast, das hätte auch hier hinein gepasst.
Ja, durch negatives Denken "was so alles passieren kann" bestimmen wir unser Gefuehl, also auch durch postives Denken, und ein "open end"... der Gedanke gefält mir.
Kap Horn
der auch so ueber den Tod denkt...open end, mal sehen was denn so passiert.
Autor: BlaueVase
Verfasst am: 14.01.2010 09:46
| Zitat: |
Rein vom Prinzip der Wirtschaftlichkeit ist dasabsolute Verschwendung von Ressourcen. Es ist so, als würde man Geldfür etwas bezahlen, was man noch gar nicht hat und dessen Erhalt nochgar nicht sicher ist. Und dann noch für etwas, was man gar nicht habenwill. Dann wird man innerlich leicht pleite, weil man vorbezahlt (es raubt Energien/Kraft). Es wird in eine Richtung etwas hineingepulvert, was...nun kommt es: Was man, wenn es eintrifft eh bezahlen müßte erneut. |
Diese Analogie finde ich wirklich klasse!
Ich konnte mit dem Vorab-mit-Sorgen-Bezahlen weitgehend aufhören, nachdem ich dieses Beispiel in einem Bich gelesen hatte und es "pling" bei mir machte:
Wenn meine beste Freundin nach USA fliegt, kann ich die 8 Stunden mit Zittern zubringen, ob das Flugzeug abstürzt oder nicht. Allerdings wird das Zittern und Bangen weder den (unwahrscheinlichen) Triebwerkschaden noch den eventuellen Orkan abwenden.
Ich kann diese 8 Stunden aber auch einfach mein Leben leben und die Tagesschau abwarten.
Seitdem kann ich besser in Situationen, die ich in keiner Weise beeinflussen kann, loslassen. (Natürlich nicht immer....)
In anderen Dingen, zB der Rentensituation in unserem Land, kann ich durch Sorgenmachen auch nichts ändern, aber Maßnahmen ergreifen, um einer zukünftigen eigenen Notsituation so gut wie möglich vorzubeugen.
Seit ich das gemacht habe, habe ich aufgehört, sorgenvoll auf meine Zukunft zu schauen, denn ich habe alles getan, was ich konnte...und das Sorgenmachen über die Rentenkassen wird mir keinen Cent mehr einbringen, aber bereits mein jetziges Leben verderben.
Mir nützt es, mich zu fragen: Ändert das Sorgenmachen etwas an der Situation?
Wenn NEIN: aufhören damit und das Thema loslassen.
Mir scheint, dass Sorgenmachen ein vollkommen untauglicher Kontroll-Versuch ist.
Autor: Cassiopeia
Verfasst am: 14.01.2010 10:42
Also ich glaube, dass ich das Positive anziehen kann,
indem ich in einer vertrackten Situation den Gedanken habe,
ich weigere mich, darin etwas schlechtes zu sehen, ich weiss dass alles zu unserem Besten ist...
es gibt eine Lösung die für alle stimmt....
das ändert die Situation dahingehend, dass von mir aus, keine Negativität reingebracht wird....
also können die Gedanken der andern, sich auch zum positiven wenden, und
wenn viele sich zum positiven wenden, und keiner sich übergangen fühlt,
kann eine wundervolle Lösung herauskommen....
Wenn ich das nun, auf banale Sachen nehme,
dann ist meine Unlust mich fertig anzuziehen, und rauszugehen mit beiden Hunden schnell überwunden,
wenn ich mir vorstelle, wie erfrischt ich dann zurückkomme und wie fein dann ein Kaffee sein wird,
und ich könnte die Kamera mitnehmen, denn das Licht ist hell.... und dann....
kann ich hier schon den Satz fast nicht mehr fertig schreiben,
weil es mich hinaus zieht.... in den Schnee...
der ja viele Vorteile hat, wie ich weiss.... 
Wenn ich mich ertappe, dass ich negativ, oder pessimistisch bin,
frage ich mich,
was will ich noch ?
Brauche ich eine neue Sicht auf meine Emotionen ?
Bin ich zu rational, in Bezug auf etwas ?
Wie möchte ich heute sein ?
und dann such ich mir logischerweise etwas Gutes und nicht etwas Niederschmetterndes...
Es läuft nicht immer alles so, wie ich es gerne hätte, aber wer sagt, dass das was ich gerne hätte, das Beste ist.....
Autor: Lotti
Verfasst am: 15.01.2010 12:44
@Fender: mit deinem Gedankengang kann ich sehr viel anfangen!
Verschwendung von Ressourcen - toller Gedanke!
Überhaupt, ich finde deine Argumentation total einleuchtend! Das werde ich mir noch öfter durchlesen!
@Kap Horn: 
Optimismus ist eine enorme Kraft und es macht echt Spaß mit optimistischen Menschen zusammen zu sein!
Autor: isis
Verfasst am: 16.01.2010 18:02
ich habe gelernt - in jahrelanger therapie - dass ALLES mindestens zwei seiten hat und ich die wahl habe, wie ich etwas wahrnehme.
ich habe gelernt - täglich - mein gehirn umzuprogrammieren. wie man einen muskel trainiert, trainiere ich täglich meine neuen gehirnzusammenhänge.
täglich!
regelmäßig!
immer wieder!
nur so sind sogenannte bodenlose rückfälle in grenzen zu halten.
und ich bin froh, erkannt zu haben, dass ich achtsam sein darf/kann.
lg
isis
Autor: Fender
Verfasst am: 17.01.2010 10:49
Freut mich, Blaue Vase und Lotti, daß Ihr mit meinen Gedanken was anfangen könnt.
Ja, genau, Kap Horn: Open End. Bin zwar kein Abenteurer, aber ... zB. manche denken, daß wenn man im Leben eine Entscheidung falsch traf, daß dann das ganze Leben hin ist. Sie reuen der Entscheidung, der getroffenen. Ich denke, keine Entscheidung ist für´s ganze Leben. Es läßt sich etwas am Gewordenen drehen, weil es das Werdende und auch das Seiende (das Jetzt) gibt. Ist zwar nicht leicht, aus der Spur rauszukommen und eine andere zu legen. Wie im Schnee vorhin, da läuft es sich schwer, wenn da noch keiner entlangging. Aber ... es waren nur meine Fußspuren auf dem Weg, die etwas hinterließen. Das war ich.
Autor: Sodalith
Verfasst am: 17.01.2010 20:39
Ja, und wenn ich heute eine entscheidung treffe, ist die für heute richtig. Wenn sich nach Wochen herausstellt, dass die Entscheidung nicht richtig war, kann ich sie für mich revidieren und neu entscheiden.
Dies habe ich neulich mit meiner besten Freundin gesprochen und sie meinte, dass diese entschdungen ja immer bei uns liegen.
Seit ich alleine lebe, hab ich schon manche Entscheidung für mich revidiert und bin gut gefahren damit.
Autor: Lotti
Verfasst am: 18.01.2010 17:42
Ja, Entscheidungen bereuen oder nicht, das ist gerade aktuell auch ein Thema bei mir.
Ich mache mir immer wieder Selbstvorwürfe bezüglich meiner getroffenen Berufsentscheidung. Zeit zurückdrehen geht nicht. Komplett neu etwas ist lernen auch keine Option. Meine Vater hatte eine Umschulung machen müssen und dennoch trotz Bestnoten hernach keine Arbeit bekommen. Das gleiche Schicksal will ich auf keinen Fall.
Also versuche ich das Beste aus dem Weg zu machen, den ich mit meiner getroffenen Entscheidung, gegangen bin.
Vielleicht ist es notwendig auch zu dem zu stehen, wie man sich entschieden hat, auch wenn man die Entscheidung, hätte man noch mal die Gelegenheit, nicht wieder so treffen würde.
Also, ich versuche das Beste daraus zu machen und mich von der Reue nicht lähmen zu lassen. Ganz aber kann ich sie noch nicht abstellen. Aber vielleicht kommt das nocht, wenn es mir gelungen ist, meinen Weg so zu verändern, dass er wieder für mich passt.
Habe den Eindruck, dass es nun komplett OT geworden ist. Der Faden heißt ja "Optimismus-Kiste".
Also zum Abschluss etwas Optimistisches: 
Ich glaube daran, dass die Hölle (mein Beruf) einen Notausgang hat und jeder ihn benutzen kann, der nur den Mut hat es zu versuchen.
Liebe Grüße, Lotti
Autor: Puckicki
Verfasst am: 01.02.2010 16:32
Kennt Ihr diese altmodischen Abreißkalender mit Lebensweisheiten pfundweise? Diese vom heutigen Blättchen setzt einem langsam winterlich vergrauenden Wochenanfang eine nette Clownsnase auf:
Optimisten tanzen auf den Wolken,
unter denen Pessimisten Trübsal blasen.
Ach ja, Monatsanfang ist ja heute auch - Faschings-Februar-Anfang, ach deshalb...
Autor: Kap Horn
Verfasst am: 02.02.2010 13:38
Hej
Auch in bin ganz optimistisch und bin fest davon ueberzeugt, dass meine Zahnschmerzen nächste Woche nur noch eine Erinnerung sind.
Mit etwas Hilfe vom Zahnartzt vielleicht sogar frueher.
Kap Horn
Autor: Puckicki
Verfasst am: 16.02.2010 21:30
| Kap Horn hat Folgendes geschrieben: |
| Hej Auch ich bin ganz optimistisch und bin fest davon ueberzeugt, dass meine Zahnschmerzen nächste Woche nur noch eine Erinnerung sind. ... |
Und? Der Optimist hat hoffentlich Recht behalten - Gute Besserung!
Autor: Mokka
Verfasst am: 17.02.2010 10:21
Von einem Baum warf ein Affe eine Kokosnuss einem Sufi auf den Kopf.
Der Mann hob die Nuss auf, trank die Milch, aß das Fruchtfleisch und machte sich eine Schüssel aus der Schale.